Englisch für Kinder

 

Zweisprachige Kindererziehung

Zehn Praktische Ratschläge

Das Buch von Bernd Kleinhoefer/Sylvie Jonekeit ``Zweisprachige Kindererziehung´´ Tübingen Verlag, 9. Aufl. 1995. ISBN 3 - 923721 - 005 - 6 hat sich als sehr hilfreich erwiesen. Es nimmt eine deutsch-französische Familie als Beispiel. Das lässt sich aber ohne Probleme auch auf andere Sprachen übertragen. Das Buch hat auch eine sehr gute Zusammenfassung in der Form von Zehn Praktische Ratschläge.

1.  Die Zweisprachigkeitserziehung sollte sich natürlich ergeben. Die Eltern oder Umgebung oder die sollten verschiedene Sprachen vertreten (natürliche Zweisprachigkeit)

2.  Wählen Sie die Sprachverteilung, die sprachlich und psychologisch für Sie und Ihren Partner am angenehmsten ist. Die Verteilung (OPOL, one parent one language - je Elternteil eine Sprache) oder die Trennung ``Familiensprache/Umgebungssprache´´ haben sich als besonders günstig herausgestellt.

3  Praktizieren Sie diese Verteilung von Geburt des Kindes an. Bleiben Sie konsequent bei dieser Ordnung, auch in Zeiten der Krise, wenn das Kind die schwache Sprache verweigert (funktionaler Sprachgebrauch und Sprachtrennung).

4.  Achten Sie darauf, dass beide Sprachen dem Kind mit ähnlich intensiver Zuwendung nahegebracht werden.

5  Bauen Sie bei dem Kind positive Einstellungen zur Zweisprachigkeit auf. Vermitteln Sie ihm positive Vorstellungen vom Land der Kultur der schwachen Sprache. Erzählen Sie ihm Märchen und Sagen aus dieser Kultur, singen Sie Lieder mit ihm. Sie vermitteln ihm so eine bi-kulturelle Identität. Ziehen Sie die Umgebung, besonders die Spielkameraden des Kindes, ins Vertrauen. Erklären Sie der Umgebung die Zweisprachigkeit des Kindes und werben Sie so für eine positive Einstellung.

6.  Widerstehen Sie dem Druck der Umgebungssprache. Achten Sie darauf, dass die schwache Sprache nicht zu schwach wird. Vermeiden Sie Sprachmischungen und vor allem das Entstehen einer Mischsprache.

7.  Pflegen Sie die schwache Sprache, indem Sie mit dem Kind öfter in das Land reisen, in dem diese Sprache als Umgebungssprache gesprochen wird. Bilden Sie eine Spielgruppe in der schwache (Spielsprache).

8.  Stellen Sie in der schwachen Sprache keine zu hohen Korrektheitsansprüche an Ihr Kind. Lehren Sie nicht zu früh Lesen und Schreiben in der schwachen Sprache.

9.  Lassen Sie sich durch zeitweilige Probleme und Krisen nicht beirren. Zweisprachigkeit allein führt nicht zu Störungen. Sprachverspätungen o.a. regulieren sich zwischen dem 4. und 5. Lebensjahr meist von selbst. Fragen Sie sich jedoch, ob die Familiensituation harmonisch ist, ob Sie selbst mit Ihrer Identität Probleme haben, ob nicht eventuell Ursachen für die sprachliche Störungen hier Wurzel haben.

10.  Lassen Sie sich nicht durch Gerede (Vorurteile) beirren.

Junior English 2002

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